Metro Gallery - Zurich, Switzerland


 

                       

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20 March - 12 May 2012
"Sic Transit Gloria Mundi"
MARK DIVO
handmade readymade porcelains,
assemblages, paintings


Vernissage: Dienstag, 20. March 2012, ab 18h00 
 
In Anwesenheit des Künstlers.


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Mark Divo, "gloria mundi", 2012, porcelain 38 x 38 x 42 cm 
"Sic Transit Gloria Mundi"

«Ich arbeite nicht; ich klaue Ideen.» (Mark Divo)

Die Galerie Mondejar freut sich mit der Ausstellung «Sic transit gloria mundi» neue Arbeiten des in Zürich lebenden Luxemburger Künstlers Mark Divo zeigen zu können.

Seit Jahren sind Divo`s Werke, vorwiegend Konstruktionen aus Hehlerware, in diversen Ausstellungen weltweit vertreten, wie etwa im Fridericianum Kassel 2010. Der Versuch, stets mit und gegen die etablierten Eigenschaften künstlicher Schöngeistigkeit zu arbeiten fasziniert den Betrachter. Seine gefälschten Objekte, denen Spuren tiefer körperlicher Verachtung anhaften, siedeln zwischen Hysterie und Topfpflanzen an, wobei sie in inhaltlicher Hinsicht lose an den "Simplicissimus" eines Grimmelshausen oder an das frühe Schaffen eines Karl May anknüpfen.

Inspiriert von der Tradition des do-it-yourself Ehrentitels, dem «survivalist fraud», den Divo in formaler Hinsicht und nicht nur im Sinne einer Art Selbstbedienung aufgenommen hat, wurden insbesondere seine früheren Werke oft in einem gesellschaftlichen Referenzrahmen reflektiert. 2009 entstand eine Arbeitsreihe mit dem programmatischen Titel «Jugend ohne Anker», die als Wendepunkt in der künstlerischen Praxis Divo´s gilt: klein im Vergleich zu seinen raumgreifenden Skulpturen aus an die Wand genagelten Büchern, problematisieren die aktualisierten Klassiker eine vergilbte Moral und verwenden dabei die Sprache der Malerei auf vollends konkrete Weise. Als scheinbar antike Objekte täuschen sie einen Nutzen vor, doch zu repräsentativen Zwecken sind sie durch den thematisierten Sittenverfall nicht wirklich tauglich: «zugleich hindert einen der Goldrahmen irgendwie daran, das Werk als Protestform wahrzunehmen, also ist es am Ende einfach nur ein Schnäppchen», so der Künstler. Dieser Logik folgend ist den Werken Mark Divo`s eine Tendenz zum Ausverkauf eigen, wobei der Ausverkauf in Bezug auf eine Funktion verstanden wird. So suggerieren die jüngst produzierten Mülltüten aus Porzellan einen Status, der dem den Objekten zukommenden Nutzungswert als Skulpturen in keinster Weise entgegensteht. Eher als eine Entweder - Oder Demagogie verkörpern die Objekte eine Sowohl - Als Auch Ambiguität.

Demgemäss führen die in der Ausstellung gezeigten Küchenschwammbilder mit Titeln wie «Nie wieder Max Bill» keinesfalls ins Nichts; das abstrakte Gefüge verpufft vielmehr im Nutzungswert. Der Schwamm als haushaltsgebundendes Vehikel wird zu einer aus dem Gefüge geratenen Saugkraft und erhält dergestalt eine Flexibilität und spielerische Grösse, welche die Arbeiten von Mark Divo generell kennzeichnen. Immer wieder gelingt es ihm mit seinen Traditionen, bestehende Interventionen in Frage zu stellen und uns Lieferungen entgegenzuwerfen. So werden dick mit Butter beschmierte Toastbrote zum Sockel für den Gipfel der Früh-Romantik. Die Jugend oszilliert zwischen Koks-Line und zusammengerolltem Frankenschein. In diesen Veränderungsakten spiegelt sich Divo´s Interesse am Anlehnen, Ablehnen oder Verändern von Aufgabenbereichen diverser funktionsgebundener Individuen und Idealismen .

Mark Divo`s erste Einzelausstellung in der Galerie Mondejar folgt der Logik eines Brockenhauses, wobei die Präsentation der Arbeiten von der einen bis zur anderen Wand reicht. Konzipiert und umgesetzt als russische Hängung, sind die aus dem Kaminzimmer des Künstlers demontierten und dislozierten Werke in der Galerie als Fragmente eines rastlosen Prozesses des Misstrauens und Betrügens, Retuschierens und Zuendebringens ausgestellt.

Im Grossen und Ganzen reflektieren die Werke den gesellschaflichen Verfallsprozess und spielen auf die Quintessenz des Titels der Ausstellung an - den Untergang des Abendlandes.


 

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